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Ekelrede 1975 Peter Klein
Hui Wäller?
Seid mir gegrüßt ihr Völker, Herren und auch Damen
die alle hier zusammen kamen
um mitzufeiern unser Fest,
darum begrüß ich alle Gäst
ob aus Berlin aus Düsseldorf
aus Holland England Westerborg
aus Laad aus Kotzert oder Kiehl
nicht zu vergessen Dinkelsbühl
die zu uns kamen mit Kapelle
und Karlchen Lang, den ich hier nenne
seid all willkommen in der Stadt
un trenkt un eest euch richtig satt.
Hab mich gefragt wie fang ichs an,
was ich Euch heute sagen kann
als Ekel hier von dieser Stelle
wem gerb ich heut mal seine Felle
nehm ich die Politik aufs Korn
dann scheidet mancher hier im Zorn
geb ich persönliches hier kund
läßt man mir keine ruhige Stund
muß sauber sein, mein Menetekel
sonst heißt et gleich, jong wat fiern Ekel
Ich hab sie neu die Ekelwürde,
ich trage schwer an dieser Bürde.
Mein Frau gabs schriftlich mir zu lesen
ich wär schon immer ein Ekel gewesen.
Doch dat wor dat Stichwort für mein Verhahlen
jetzt well ich als Ekel och Kermes halen!
Doch bitt ich Euch alle seid mir gut gewogen
dafür werdet Ihr, ich versprechs, von mir net belogen.
Von dem was ich jetzt Euch mache kund
das ist was so flüstert der Volkesmund.
Drum frag ich auch gleich Euch Stadtstrategen
habt Ihr mir gestern nicht zu lang im Kiel-Wasser gelegen?
Was macht Blume der Dr. hält er sich in Grenzen?
Oder schännt hä met Christian wegen Kompetenzen?
Kommt off de Kermes, mir klärn Euch off,
un haut net gegenseitig emmer nur droff.
Bedenkt Ihr zwei, wie korz dat Lewwen,
setzt Euch zesammen, enen hewwen!
Und ist es bis Euch schon vorgedrungen,
dat Hachenborch tatsächlich zwei grüne Lungen
dat een dä Borschgaaden, der es für die Gäst
un he an der Kersch die, die es für uss, für den Rest
pflanzt Bäume dahin, seis auch nur für die Hunde
wenn se mem Herrchen spazern zu nächtlicher Stunde
do konnen se dann Ihre Haufen machen
in der Wilhelmstroß senn dat doch werklich keen Sachen.
Im Februar wurde der Bürger initiativ
am Biertisch zu den Waffen man rief:
Kanonenschüsse der Stadtverwaltung
on suen Paar Haubitzjer für Borschgaaden-Erhaltung.
Doch ich gloof et gieht aus wie det Hornberger Scheeßen
et warn scheins nur Plän, on en paar Spesen
on kreien mer se net, off alle Fäll
mir han doch winnigstens en Modell
doch men ich jo trotzdem, mir kiinten se brauchen
sollen mir dann für jeden Forz bis no Gehlert laufen?
In der Richtung waren mir emmer bescheiden
und trotzdem kann uns das Umland nicht leiden
ich ringen mich zu der Frage dorsch
levt Ihr net och met von Hachenborsch?
Als Kermesekel hat man es schwer
wo nimmt man noch immer die Themen her?
Wem gebe ich heute zu verstehn
das besser nie wir ihn gesehn
wem lese ich heute die Leviten
wen könnt ich heut um etwas bitten?
Was man mir sonst auf keinen Fall gewährt
als Ekel ist der Fall geklärt
denn ich halt jetzt die Macht in Händen
Ihr Bürger alles wird sich wenden!
Finanzamt stellt Betrieb ein mangels Masse
bezahlt wird nur an Kirmeskasse
und alle kommunalen Themen
wir von der Kirmes übernehmen
Gebühren, Steuern aller Klassen
die sind pauschal Euch heut erlassen
die Polizei ist nur erschienen
im Zelt mit Bier Euch zu bedienen!
Im Schreiben von ihr und das ist das Tolle
steht es gäbe bis Mittwoch keine Knolle.
Nur Führerscheine vor dem Heben
sind an der Kasse abzugeben
nun dieses soll Euch nicht verdrießen
wat gäf dat, wenn mir eenen fahren ließen.
Die Redakteure von der Zeitung
sind abgesetzt, wir haben die Leitung
damit man wieder mal kann lesen
das auch in Hachenburg was los gewesen
und nicht nur daß ein Hund in Maud
dem Metzger Fleischwurst hätt geklaut.
Ihr seht für alles ist gesorgt
un wer nix hätt dä kreit geborgt
uss Haus ess rondrem goht bestellt
im Tal stiehn 1100 qm Zelt
do walzen mir hin jetzt on ich jedem sahn
do werd net gemeckert, do werd sich verdrahn.
Ein Prost off de Kermes jedes einzelnen Wohl
vom Peter dem Ekel Hui Wäller? - Allemol!
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