Ekelrede 1971 Elmar Schäfer
 
Hui Wäller?
 
Seid mir gegrüßt ihr Völker, Herren und auch Damen
die alle hier zusammen kamen,
um mitzufeiern unser Fest
darum begrüß ich alle Gäst
ob aus Berlin - aus Düsseldorf
aus Holland - England - Westerborg
aus Laad - aus Kotzert oder Brühl,
und ganz besonders Dinkelsbühl,
die zu uns kamen mit Kapelle
mit Karlsche Lang an erster Stelle
Mit Roland, Ernst und Dirigenten Otte
kennt man hier schon ihr Grußwort - Motto
Sie schwärmen all vom Hachenburger Bier
un rofen Hui Wäller schon wie mir.
Nun Bürger dieser kleinen Stadt,
dies Jahr der Ekel nicht allzuviel zu sagen hat.
Obwohl auch diesmal wieder viel geschehn
was wir als Bürger nicht verstehn.
Doch leider kommt nicht alles raus,
was so passiert im Rätehaus.
Jedoch das wenige, was wir vernommen
das läßt mich fragen, ganz beklommen:
Gibts denn in dieser Stadt hier keinen Frieden,
und ist das Glück uns nicht beschieden?
Laßt endlich wieder Eintracht walten!
Nur so kann man die Stadt erhalten.
Was nütz nur wenn Parteistrategen
im Grunde nur ihrer Karriere wegen
die Luft hier rettungslos vergiften
und sich dann in der Presse brüsten
was wunders sie für uns getan,
packt ein, wir sind geheilt von diesem Wahn.
Die Grete und der Hans, do loß ich mich für schlaan,
die han sich emmer werrer vertraan.
Ich bitt euch hier von dieser Stelle ganz bescheiden,
nehmt endlich Lehre an von diesen beiden!

Und diese Bitte geht auch in Richtung TUS
sonst zieht ihr auch den bittren Schluß
daß trotz Millionen-Stadion nichts gewonnen
wenn Kameradschaft und Einigkeit im Sand zerronnen.
Mir wills nicht in den Kopf hinein
das Einigkeit, oft nur zum Schein
nach außen hin wird vorgeführt
wobei doch jeder schließlich spürt,
daß an der Sache auch noch Haken und Ösen,
die erst jedoch gar nicht dran gewesen.
So manches, was bei uns in Planung,
wovon der Ekel keine Ahnung,
ist so schon jämmerlich gestrandet,
noch ehs am Ufer war gelandet.
So ists wohl mit dem Festplatz auch gegangen,
die Frage hat so lang schon in der Luft gehangen
daß es jetzt wirklich an der Zeit gewesen,
dies einmal entgültig zu lösen.
Ich kann nur hoffen, daß in all den Jahren,
de Karr net restlos ist verfahren.
Was hats schon für Trara gegeben,
und alles nur des Platzes wegen.
Den man öfters schon baute,
doch jedes mal uns wieder klaute.
Die Lösung jetzt ist denkbar schlecht;
uns selbst ists so zwar gut und recht
Wenn unsre Feste hier im Stadtkern bleiben
nur dürfte der Burggarten nicht darunter leiden
den Park, wo man sogar den Tennis-Club heraus verbannte
wird jetzt zum Juxplatz das ist eine Schande!

Eins tröstet mich zumindest:
Das Projekt, was man zuletzt begonnen,
hat doch recht deutliche Formen angenommen
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